Fernseher Kaufberatung

Kaufberatung & Informationen zu TV, Beamer und HiFi

HDR10 und Dolby Vision

HDR10 Fernseher
HDR10 Fernseher
LG zeigt erste Geräte

Die Anzahl der TV-Geräte mit einer 4K Auflösung nimmt ständig zu und schon fragen manche Verbraucher: "Brauchen wir wirklich eine noch höhere Auflösung?" Dabei ist die 4K Auflösung nur ein Teil des Standards der als Ultra HD bezeichnet wird. Hinzu kommt noch ein weiterer Faktor, der die Bildqualität deutlich verbessert, nämlich HDR (High Dynamic Range).

In unserem kurzen Übersichtsartikel erfährst du alles wichtige über die Standards HDR10 sowie Dolby Vision - auf was du achten musst, was die Unterschiede und Probleme sind.

Die aktuellen HDR-Implementierungen und ihre Unterschiede

Die HDR-Informationen werden bei der Aufnahme in das Videosignal kodiert und an ein HDR-fähiges TV-Gerät gesendet. Ein nicht HDR-fähiges Gerät blendet die HDR-Informationen einfach aus und zeigt die Bilder in gewohnter Qualität. Mit seiner 4K-Auflösung und einer breiteren Farbskala kann ein HDR-fähiger Fernseher die Bilder in Bezug auf die Helligkeit und Kontrast so anzeigen, dass sie sich von der realen Welt kaum noch unterscheiden. Das Ergebnis ist ein viel besseres TV-Erlebnis.

HDR10

Zurzeit haben sich zwei HDR-Formate durchgesetzt: HDR10 und Dolby Vision. HDR10 ist ein offener, lizenzfreier Standard, der 2015 von den führenden Herstellern von TV-Geräten entwickelt wurde - in dem Zusammenhang sei der Artikel "Was ist Ultra HD Premium?" empfohlen. Während herkömmliche Fernseher 256 Helligkeitsstufen (8 Bit) darstellen können, kommt ein HDR-Standard-Fernseher mit 1024 Helligkeitsstufen (10 Bit) zurecht. Zurzeit ist HDR10 der am weitesten verbreitete HDR-Standard. Auf einem Ultra TV-Gerät steigert HDR10 die Qualität der Bildwiedergabe erheblich. Die Bildinhalte werden von leuchtendem Weiß bis zu tiefen Schwarz brillant und kontrastreich dargestellt. Leider haben nicht alle Hersteller HDR in gleicher Weise implementiert. Manche Geräte sind nur "HDR-kompatibel", was aber nicht zu einer vollständigen HDR-Wiedergabe führen muss. Diese Geräte entsprechen oft nur teilweise der HDR-Spezifikation, weil die Hardware für diese Qualität nicht ausgelegt ist.

Dolby Vision

Einen anderen Weg gingen die Dolby Laboratories Inc. mit der Entwicklung des Dolby Vision-Standards. Schon mit Dolby Atmos, einem atemberaubenden Surround-System, hatten die Dolby Labs bei den Benutzern einiges Aufsehen erregt, 2015 legten sie mit dem HDR-System Dolby Vision nach. Dolby Vision kann noch ein einiges mehr als HDR10, nämlich bis zu 4096 Helligkeitsstufen (12 Bit) darstellen. Allerdings gibt es dafür zurzeit kaum Inhalte für Heimanwender. Auch die Dolby-Technik ist abwärtskompatibel, alte Filme laufen auch unter Dolby Vision. Erkennt ein TV-Gerät die Dolby HDR-Signale wird das Bild mit großer Helligkeit, brillanten Farben und hohem Kontrast ausgegeben. Das Ergebnis ist ein Bild mit feinen Details, tiefen Schwarz, scharfen Kanten und klaren Texturen. Bei Dolby Vision werden die Metadaten für jedes Bild einzeln übertragen, was die Anpassung an das Display deutlich verbessert. Ab 2016 können Inhalte auch von HDR-fähigen 4K-Kameras geliefert werden, sofern diese das Dolby-Format unterstützen. In einem Heimtheater sorgen der Dolby Atmos Surround Sound auf der Audio-Seite und Dolby Vision im visuellen Bereich für das ultimative Filmerlebnis.

Neben HDR10 und Dolby Vision haben Technicolor und Philips sowie der Sender BBC eigene HDR-Formate entwickelt. Ob sich diese auf dem Markt jedoch durchsetzen werden, ist mehr als fraglich.

Die Auswirkungen auf den Verbraucher

Zwei Formate machen es für den Verbraucher nicht leichter auf den für ihn richtigen Standard zu setzen. Ist ein Gerät mit dem HDR-Label gekennzeichnet, ist meistens, jedoch nicht in jedem Fall, HDR10 gemeint. Vor dem Kauf eines Fernsehers mit HDR sollte deshalb zur Sicherheit das beigefügte Datenblatt inspiziert werden. Hinzu kommt, dass ab 2016 die Ultra HD Blu-ray Disc nur noch im HDR10 Format umgesetzt werden. Das bedeutet, an TV-Geräten und Blu-ray Playern muss die Schnittstelle HDMI 2.0a verfügbar sein, sonst läuft nichts. Das HDR-Logo ist bereits auf den Hüllen der Silberscheiben aufgedruckt. Inzwischen werden Ultra HD Blu-ray-Player von einigen Unternehmen hergestellt, auch auf der Xbox One S sind die Disks seit Ende 2016 lauffähig. Die Lösung für den Verbraucher wären Fernsehgeräte, die je nach Bedarf bei Formate unterstützen. Und in der Tat gibt es mit der Super UHD- und der Ultra HD OLED-Baureihe von LG bereits erste Geräte, die diese Eigenschaften besitzen. Inzwischen verfolgen auch andere Hersteller diesen zweigleisigen Ansatz.

Vorsicht ist bei der großen Mehrheit von Fernseher geboten, die damit werben "HDR Fernseher" zu sein. Meistens sind die verbauten Panels nicht in der Lage mit HDR10 umzugehen, so dass diese meist nur "HDR kompatibel" sind. Gleiches gilt für Dolby Vision - findet man nicht den Vermerkt, dass ein TV diesen Standard unterstützt, so muss man vorsichtig sein. Derzeit (Stand Februar 2017) unterstützen nur einige hochpreisige LG Fernseher den Standard Dolby Vision.

In unserer Fernseher Datenbank findet man in den Datenblättern den Vermerk, ob ein Fernseher wirklich HDR10 unterstützt. Ein Blick lohnt!

Wo kommen die Inhalte her?

Obwohl es noch einige Zeit dauern wird, bis eine große Zahl Dolby Vision-kodierte Inhalte verfügbar sind, hat Disney für das Jahr 2016 bereits mehrere Filme in Dolby Vision veröffentlicht. Andere Hersteller wie Warner Bros beginnen ihre Filme so zu kodieren, dass sie unter HDR10 oder Dolby Vision lauffähig sind. Auch Sony hat inzwischen erste 4K Blu-rays mit Dolby Vision angekündigt. Beim Streaming war es Netflix das in Deutschland seinen Kunden die ersten Filme und TV-Serien im Ultra HD Format zur Verfügung stellte. Seit dem Sommer 2016 gibt es auch bei Amazon Video erste Bilder in Dolby Vision HDR, die über die Amazon App abrufbar sind.

Passionierte Zocker steigen außerdem aktuell auf HDR10-fähige Fernseher samt neusten Konsolen (XBox One S bzw. PS4 Pro) um, da es hierfür ebenfalls Spiele gibt, die die hohen Anforderungen erfüllen. Es ist davon auszugehen, dass sich da der Trend auch noch verstärken wird. Hierzu wäre der Blick in den Artikel "Gaming Fernseher" durchaus interessant.

HDR10, Dolby Vision und HDR-Kompatibilität - auf die Schnelle

HDRHDR10Dolby Vision
Maximale Helligkeitmeist unter 800 Nitsmin. 1000 Nitszw. 2000 und 10.000 Nits
Farbraum
bzgl. Rec. 2020
8 Bit10 Bit12 Bit
Farben16,7 Millionen~ 1,07 Milliarden~68,7 Milliarden
Metadaten-statischdynamisch

Wer aus der Informatik kommt, weiß sicherlich, dass die Bit-Angabe für 1 oder 0, Ja oder Nein etc. steht. Es sind also allgemein zwei verschiedene Werte möglich. 1 bit ergibt also 2 Möglichkeiten. 2 Bit ergeben bereit 4 Möglichkeiten (2^2). Rechnet man das weiter durch, so ergibt 8 bit genau 265 Möglichkeiten. 10 bit entspricht schon 1024 Möglichkeiten. Im Fall von 12 Bit sind es sogar 4096 Möglichkeiten.

Ein Display bzw. Panel kann also bei 8 Bit von jeder Grundfarbe (Rot, Grün und Blau) 265 Abstufungen darstellen. 256^3 gibt dann die gesuchte Anzahl an maximal darstellbaren verschiedenen Farben (16,7 Millionen).

Weitere Informationen zu einigen erwähnten Begriffen in der Tabelle findet man u.a. auf dem Wikipedia-Artikel "BT.2020".

Fragen & Antworten: HDR10 und Dolby Vision

Hier findest du Fragen (und zeitnah unsere Antworten) zum Thema HDR10 und Dolby Vision, die unsere Besucher in der Box unten gestellt haben.

Wie erkenne ich, ob ein Fernseher ein 8 Bit, 10 Bit oder 12 Bit Panel hat?

Antwort: Da hilft oft nur der Blick ins Datenblatt. Dort steht meist nicht direkt, wie viel Bit das Panel hat, aber man kann es über die HDR-Angabe ableiten. Findet man so etwas, wie "HDR Pro" oder "Dolby Vision" (beides im Fall von LG), "HDR 1000" oder "HDR+" (Fall Samsung), kann man sicher gegen, dass zumindest der HDR10-Standard erfüllt ist. 12 Bit gibt es aktuell nur bei Dolby Vision.
27.02.2017


Hat dir diese Seite gefallen?

Die Seite wurde bereits von 12 Besuchern bewertet. Durchschnittlich hat sie 5.00 von 5.00 Punkte bekommen! Und wie bewertest du die Seite? Gib uns einen Daumen hoch bzw. runter.