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HDMI 2.1 - Eigenschaften und Unterschiede zu HDMI 2.0

HDMI (High Definition Multimedia Interface) hat sich seit seiner Premiere 2002 zum Standard für die digitale Übertragung von Bild und Ton entwickelt. Für den Endverbraucher allerdings ist es bisweilen schwer ersichtlich, welche Version für ihn die richtige ist. Rund um die Spezifikationen von HDMI wimmelt es nur so von kryptischen Kürzeln. Derzeit ist HDMI 2.0 die wohl am weitesten verbreitete Version. HDMI 2.1 steht kurz vor der Markteinführung und bringt neue Funktionen mit sich, die den Anforderungen an hochauflösende Bewegtbilder Folge tragen. Für den Benutzer ist es daher entscheidend, welche Art von Monitor oder Fernseher er benutzt, um zu entscheiden, ob er nun gleich zu Beginn auf HDMI 2.1 umstellen sollte.

HDMI 2.0 und seine Normen

HDMI 2.1
HDMI 2.1 - von außen, wie die Vorgänger

Kritiker bemängeln nicht zu Unrecht, dass sich die Industrie keinen Gefallen damit getan hat, HDMI 2.0 nach seiner Einführung 2013 in den Folgejahren um die Standards HDMI 2.0a und HDMI 2.0b zu erweitern und so für Verwirrung bei den Kunden gesorgt hat. Allen drei Typen ist gemeinsam, dass sie digitale Daten mit bis zu 14,4 Gbit pro Sekunde übertragen. Diese Geschwindigkeit ermöglicht die Darstellung von bis zu 3840 x 2160 Pixeln bei 60 Hertz Frequenz. Dies entspricht 4K, also hochauflösenden Bildern jenseits der HD-Qualität. Im Bereich 3D sind bei HDMI 2.0 1920 x 1080p bei 48 Hz möglich. Der Farbraum wird mit ITU-R BT.2020 beschrieben. In Sachen Audio unterstützt HDMI 2.0 bis zu 32 Kanäle bei einer Abtastrate von Abtastrate von 1536 kHz. Für die Qualitäten, in denen Fernsehbilder, Computerspiele, Musik und Videos bisher von der Unterhaltungsindustrie angeboten werden, sind diese Werte absolut ausreichend.

HDMI 2.0a und HDMI 2.0b

Dennoch wurde der Standard stetig weiter entwickelt. HDMI 2.0a brachte 2015 die Unterstützung von HDR (High Dynamic Range) mit sich. Damit lassen sich höhere Kontraste darstellen, besonders in hellen und dunklen Bildbereichen. Das seit 2016 angebotene HDMI 2.0b brachte das Feature der dynamischen Synchronisation von mehr als nur einem Audio- und Video-Stream. Auch wurde die maximale Datenübertragungsrate geringfügig erhöht auf 18Gbit pro Sekunde. HDMI 2.1 soll nun bis zu 48 Gbit/s übertragen können und damit neue Funktionen ermöglichen. Allerdings sind dafür auch neue Kabel notwendig.

HDMI 2.1 - Was sind die Neuigkeiten?

Die für HDMI 2.1 geeigneten Kabel sollen unter der Bezeichnung 48G vertrieben werden und abwärts kompatibel zu den vorhergegangenen HDMI-Standards sein. Sie dürften wie angekündigt spätestens im Sommer in den Handel kommen. Den von der Industrie definierten Spezifikationen zufolge sind sie für 8K, also 7680 x 4320 Bildpunkte geeignet und bei Datenkomprimierung sogar für 10K mit 10.328 x 7760 Pixeln. Zugleich wird die HDR-Unterstützung erweitert. Anstelle des bisherigen Formats HDR-10 tritt mit HDMI 2.1 dynamisches HDR. Dahinter verbirgt sich das Feature, die Einstellungen für Hochkontrastbilder innerhalb einer Anwendung (Film, Video, Spiel usw.) bis auf jedes einzelne Bild zu definieren. Bisher galten mit HDR-10 solche Einstellungen generell für die jeweilige Bildquelle.

Die Farbtiefe wird zudem auf bis zu 12 Bit aufgebohrt und die Audio-Unterstützung ausgeweitet, Dolby Vision und Samsung Tone Mastering eingeschlossen. Die Option, die Frame-Raten auf bis zu 120 HFR zu erhöhen, sollte besonders dem Bereich Virtual Reality (VR) zugute kommen. In die gleiche Richtung zielt die nun unterstützte Variable Refresh Rate (VRR), die für rückenfreie und dennoch außerordentlich scharfe Bilder sorgen soll. Am Rande sei noch erwähnt, dass sich mit HDMI 2.1 zudem 3D in bis zu 3840 x 2160p bei 120 Hz darstellen lässt. Nachdem sich 3D Fernseher auf dem Markt nicht wirklich durchgesetzt haben, sind die Daten eher für den neuen Anwendungsbereich VR interessant.

Wichtige Informationen auf einen Blick: HDMI 2.1

HDMI 1.4bHDMI 2.0bHDMI 2.1
Veröffentlichung201120162017
max. Datenrate8,16 Gbit/s14,4 GBit/s38,4 GBit/s
Auflösung4096 x 2160 @ 24 Hz
3840 x 2160 @ 30 Hz
2560 x 1600 @ 60 Hz
3840 x 2160 @ 60 Hz
1920 x 1080 @ 48 Hz
7680 x 4320 @ 60 Hz
3840 x 2160 @ 120 Hz
HDRNeinJaJa (Dyn. HDR)
16 Bit FarbtiefeNeinNeinJa

Die Tabelle zeigt nur grob einige Neuerungen. Die Spezifikationen und Unterschiede im Detail sind noch weitaus größer und werden wohl vor allem für Experten interessant sein. Als Standardquelle sei hier auf die Wikipedia verwiesen.

Fazit: HDMI 2.1 setzt neue Standards

HDMI 2.1 könnte tatsächlich Heimkino auf ein neues Niveau heben. Auch Gamer werden sich über den neuen Standard freuen. Noch allerdings sind die neuen Kabel nicht erhältlich und es bleibt zunächst unklar, ob sich HDMI 2.1 in der Praxis bewährt. Während High-End-Anwender sicher sofort zugreifen werden, um die neuen Möglichkeiten auszuprobieren, darf sich der Normalverbraucher ruhig etwas Zeit lassen. Die Erfahrung zeigt, dass nicht alle Ideen der Ingenieure im Alltag tatsächlich benötigt werden und sich das Zusammenspiel zwischen Abspielquelle und Endgerät im HDMI-Standard ständig entwickelt, doch gerade zu Beginn oft noch nicht völlig ausgereift ist. Erst Tests abseits von Laborbedingungen können beweisen, für wen HDMI 2.1 wirklich unabdingbar ist. Beruhigend bleibt die Erkenntnis: Mit HDMI 2.1 rüstet sich die Industrie für die immer weiter steigenden Ansprüche der Bürger an Bildqualität und Ton bis hin zu VR-Brillen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Standard wichtig ist, man aber als Verbraucher nicht vor 2018 entsprechende Geräte erwarten sollte. Dinge, wie 8K etc. pp. hören sich zwar fantastisch an, aber auch hier wäre zu Hinterfragen, wann man da wirklich viel Inhalt bekommen wird. Großer negativer Punkt ist hier auch die Notwendigkeit neuer HDMI 2.1-Kabel.

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